Miteinander heißt mehr

Günter Herrmann
Günter Herrmann

Günter Herrmann (57) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit großen Visionen und klaren Zielen. Geboren in Dillingen an der Donau, lebt er seit  5 Jahren in Füssen. Angefangen hatte er mit Schuhen. Nach erfolgreicher Ausbildung an der Schuhfachschule in Mainz war er europäisch tätig in Konzernen wie Salamander. Es folgten sieben Jahre in Graz und Wien auf der Einkäuferseite.

 

Zurück in Deutschland expandierte er zusammen mit seinem Zwillingsbruder und dessen Geschäftspartner die Firma „Markenschuhe Herrmann“ mit 12 Schuhfachmärkten in ganz Württemberg und Bayern. 2012 trennte er sich dann von den Schuhunternehmen und konzentrierte sich ausschliesslich auf Mode. Seine Tochter Janina (26), ist seit 4 1/2 Jahren im Geschäft und führt selbstständig schon 3 Filialen in Füssen: den Esprit, Tom Tailor und Street One. Der Generationswechsel ist eingeläutet und für das Jahr 2021 vorgesehen.

 

Seit wann existiert Ihr Unternehmen, Herr Herrmann?

Dieses Unternehmen in Füssen existiert seit 2010. Der erste Laden war Cecil. Dann haben wir sukzessive expandiert mit 4 weiteren Geschäften (S. Oliver Store, Tom Tailor Store, Street One, Esprit) in Füssen und 3 Franchisekonzepte in Oberstdorf.

 

Was sehen Sie momentan als Ihre größte Herausforderung?

Mittlerweile ist die größte Hürde für den Einzelhandel generell die Mitarbeiterakquise, Fort- und Weiterbildung. Immer wieder besuchen wir Seminare, z.B. wohin soll der Einzelhandel bis 2025 gehen. Wir sind strategisch unterwegs. Wir wollen unsere Arbeit professionell angehen. Unsere Dreijahresplanung steht schon fest, wo wir Geld und Zeit investieren. Die Aufgabe im Einzelhandel ist die Freundlichkeit, die Wärme, das Strahlen. Unser Zauberwort ist Begeisterung, wir müssen unsere Kunden begeistern. Dafür wollen wir unsere über 50 Mitarbeiter motivieren.

 

Wie motivieren Sie denn Ihre Mitarbeiter? Wie oft finden Schulungen für Ihre Mitarbeiter statt? 

Wir nennen es nicht Schulung, wir nennen es Training, was alle 6 Wochen stattfindet. Eigentlich sollte es täglich gemacht werden. Wichtig ist, in Bewegung zu bleiben. Auch deswegen müssen wir es schaffen, im Einzelhandel den Mitarbeitern höhere Gehälter anbieten zu können und darum sind wir bemüht. Bei uns weiß der Mitarbeiter, was er leisten muß, um einen bestimmten Level zu erreichen. Es gibt Wege bei uns, gut zu verdienen.

 

Was ist das Besondere an Ihren Unternehmen?

Erst einmal wir sind kein Filialist. Ich bin selbstständiger Händler. Ich habe zwar Filialen, ich bin aber zum Beispiel nicht Esprit. Ich nutze nur das Franchisekonzept von Esprit. Das Besondere bei uns ist die Warenverfügbarkeit. Wir haben 12 Kollektionen. Jeden Monat bekommen wir neue Farbwelten, neue Themenwelten. 12 Mal im Jahr wird eingekauft. Die Filialleiter kaufen selbstständig ein, weil sie die Kunden kennen und die Ware verkaufen müssen. Deswegen sind wir, glaube ich, relativ nahe am Kunden. Wir sind auch unterschiedlich ausgerichtet in den Kollektionen. Tom Tailor hat die jüngste Ausrichtung, Cecil die konservativste. Wir sind mit unseren Läden in Füssen sehr modern, überall klimatisierte Räume.  Sie sind frisch, hell mit neuesten Beleuchtungstechniken ausgestattet.

 

Woher sind denn Ihre Kunden hauptsächlich?

Ungefähr ein Drittel sind aus Füssen und aus der näherer Umgebung von 25 bis 30 Kilometern und diesen Anteil der Stammkunden möchten wir erhöhen. Zwei Drittel der Kunden sind Touristen.  Auch wir sind vom Tourismus abhängig. Und wir haben das Problem wie der Einzelhandel generell in Füssen. In 8 Monaten muss das Geld verdient sein. Während der restlichen 4 Monate, von der zweiten Novemberwoche bis März machen wir Verluste. Deswegen sind wir auch intensiv in Kontakt mit dem Innenstadtprojekt. Wie können wir die toten Monate nutzen? Die Situation im Modebereich, Textil und Schuhe ist nicht einfach in Deutschland. Wir haben keine Umsatzzuwächse und müssen um Produktivität kämpfen.

 

Warum sind Sie nach Füssen gekommen?

Wir sind strategisch nach Füssen und Oberstdorf gegangen, weil wir uns sagten, wo Tourismuswachstum ist, da gibt es natürliche Frequenzen und Möglichkeiten. Deswegen haben wir gezielt diese Orte gewählt.

 

Wie ist Ihre Beziehung zur Werbegemeinschaft Füssen?

Wir sind noch nicht Mitglied. Wir werden beitreten. Seit längerem führen wir intensive Gesprächen. Wir brauchen einen Leitfaden. Und mit der neuen Entwicklung ist der auch dargelegt worden. Wir wollen ins Miteinander, in die Vernetzung gehen. Wir sind einen Riesenschritt weitergekommen. Der Zusammenschluss zwischen Hotellerie, Dienstleistung und Einzelhandel macht mehr Sinn. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für uns beizutreten.

 

Wie sehen Sie die Zukunft für die Gewerbetreibenden in Füssen?

Der Einzelhandel hat es schwer. Meine persönliche Meinung ist, dass es momentan in Füssen nicht viele gibt, die im Einzelhandel Geld verdienen. Die Zukunft sehe ich positiv, weil wir Frequenzen haben. Die Frage ist, wie nutzen wir die, wie können wir sie abrufen und wie arbeiten wir gemeinsam und nicht gegeneinander. Da sind wir als Unternehmen bereit, unsern Beitrag zu geben. Wir wollen das.

 

Haben Sie noch ein Anliegen, was Sie anderen Unternehmern mitteilen möchten?

Ich habe kein Anliegen, ich kann nur einen Ratschlag geben: Miteinander heißt mehr. Gemütlichkeit und Mittelmaß werden keine Zukunft haben. Wir müssen bei den Guten bis bei den sehr Guten sein und das geht nur gemeinsam, sonst haben wir keine Chance.

 

Text und Fotos: Milla Wagner und Wilfried Wehling

 

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